#Wafate Workshop

Getreu dem Motto »Milla Woe!« (We gonna make it!) nahmen wir im Rahmen unserer Aufenthalts in Togo aktiv an einem #Wafate Workshop teil. Hierfür ist der bei weitem angenehmste Ort an einem heißen Märztag in Lomé die Freiluft Werkstatt auf dem Dach des Woelabs. Angeleitet von unseren Partnern arbeiteten wir gemeinsam an der Konstruktion eines 3D Drucker aus Elektroschrott. Zu Beginn galt es die von uns mitgebrachten Elektronikelemente und Werkzeuge ausgiebig zu sichten und zu erläutern. Denn nicht alle benötigten Teile des #Wafate lassen sich aus Elektroschrott gewinnen. So sind der Druckkopf, der das Filament aufträgt, und einige Kleinteile nur als Neuware verwendbar und werden zu diesem Zweck meist in China bestellt. Doch der weitaus größte Teil der Elemente entstammt ausgedienten Geräten. Selbst Winkel und Halterungen werden von Hand aus den blechernen Abdeckungen von Computergehäusen geschnitten und gebogen. Während der gemeinsamen Arbeit erläuterten unsere Partner die einzelnen Arbeitsschritte und beantworteten unsere Fragen. Welche Komponenten der ausrangierten Computer und Drucker lassen sich wiederverwenden? Wo liegen die Schwierigkeiten in der Konstruktion und welche Werkzeuge werden benötigt?

Ähnlich wie die Arbeiter auf dem Schlachthof gegenüber dem Woelab, die dort Tag für Tag Schafe und Ziegen ausweideten, nahmen wir Computer und Drucker auseinander. Wir lernten einen Haufen Schrott als wertvolle Ressource zu betrachten und waren bald sorgfältig darauf bedacht nichts Brauchbares zu übersehen oder zu beschädigen. Aus industriell hergestellten Präzisionsbauteilen wurde plötzlich Rohmaterial, das teilweise seiner Passgenauigkeit enthoben wurde indem kurzerhand Flex und Handsäge zum Einsatz kamen. Für uns Hightech-verwöhnten Gestalter und Handwerker war es erstaunlich die Arbeitsprozesse zu beobachten und die völlige Aufhebung von Industrienormen zu erleben. Teile wurden ungefähr abgemessen, grob zugerichtet und dann durch ständiges nachjustieren und nachbearbeiten nach und nach eingepasst. Ein Vorgang, der mehr dem kreativen Arbeitsprozess eines Künstlers ähnelte als der Präzision eines Ingenieurs. Und tatsächlich ist jeder Drucker am Ende ein Einzelstück dessen Elemente in ihrer Ungenauigkeit perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Photocredits: Team Woelab, Stefan Barth, Robert Eikmeyer

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