Ingenieurin sein heisst …

Was machen Ingenieurinnen und Ingenieure eigentlich?

Vielleicht irgendwas erfinden, planen, konstruieren, entwerfen, programmieren…?

Aber was denn genau?

Na, Maschinen und Autos….?

 

Viele haben entweder gar keine, nur eine verschwommene oder sogar eine falsche Vorstellung, was Ingenieurinnen und Ingenieure so tun. Von wegen nur Maschinen und Autos – Ingenieurskunst ist in einer Vielzahl von Bereichen gefragt! Mit „Ingenieurin sein heißt….“ möchten wir euch einen Einblick geben, wo überall die Arbeit von Ingenieurinnen und Ingenieuren drinsteckt und was man als Ingenieurin oder Ingenieur erreichen kann.

 

Viel Spaß dabei, hinter die Kulissen zu schauen!

 

NAO-Mobilität_7x7

… die Welt bewegen

 

Ob Urlaubsreisen in die Sonne oder einfach nur der Weg zur Schule – immer sind Distanzen zu überwinden, mal größere, mal kleinere. Dass wir möglichst schnell reisen und unsere Ziele erreichen können, ist ein Verdienst von Ingenieurinnen und Ingenieuren. Sie halten die Welt in Bewegung: Fahrräder, S-Bahnen, Skilifte, Autos, Flugzeuge, Schiffe & Co – alles geht auf sie zurück.

An der Hochschule Pforzheim wird an der Mobilität der Zukunft gearbeitet – zum Beispiel an Elektrofahrzeugen, die keine Abgase verursachen. Sie schützen das Klima und stillen gleichzeitig unsere Reiselust. Neue Ideen testen die Ingenieurinnen und Ingenieure erst mal im Kleinen: So erhält zum Beispiel ein gewöhnlicher Cityroller einen Elektromotor. Anschubsen ist dann nicht mehr nötig, der Roller fährt von selbst und der Fahrtwind bläst einem ohne Mühe um die Nase.

Ingenieurskunst steckt auch in eurem Fahrrad. Damit eure Radtour zum Vergnügen wird, sorgen Ingenieurinnen und Ingenieure dafür, dass ihr sicher ankommt. Sie testen an Fahrradprüfständen, ob der Fahrradrahmen stabil ist. Neben der Sicherheit geht es auch um den Fahrkomfort. Führt euch euer Weg über holprigen Untergrund, werdet ihr ordentlich durchgerüttelt. Damit das Fahren angenehmer ist, hat ein Pforzheimer Ingenieur eine Sattelstütze entwickelt, die Erschütterungen abfedert. Zusätzlich wird daran gearbeitet, wie auch der Lenker „ruhig gestellt“ werden kann. Vorbild dafür ist übrigens der Specht: Um sein Gehirn herum hat er eine Art Schwamm, der dafür sorgt, dass er beim Hämmern gegen den Stamm keine Gehirnerschütterung bekommt. So ein „Schwamm“ in einem Fahrradlenker könnte das Radfahren auch auf unebenen Wegen zum Vergnügen machen.

 

NAO_Erfolg… super Jobchancen haben

Er ist in aller Munde – der Fachkräftemangel. In Deutschland fehlen Ingenieurinnen und Ingenieure. Die Jobaussichten für Absolventinnen und Absolventen von Maschinenbau, Elektrotechnik & Co sind daher hervorragend. An diesem Zustand wird sich wohl auch zukünftig wenig ändern: Da wir in einer hoch technisierten Welt leben, ist Ingenieurskunst stets gefragt. Ob wir morgens die Kaffeemaschine anwerfen, uns die Fahrzeit in Bus und Bahn durch Musik aus dem ipod verkürzen, uns nachmittags per sms oder über Facebook für einen Kinoabend verabreden und schließlich gebannt auf die Leinwand starren – Technik ist allgegenwärtig und versüßt uns das Leben.

Oftmals wissen wir allerdings gar nicht, wer hinter dem Ganzen steckt: Es gibt große Namen in der Technikbranche und viele hidden champions – kleinere Unternehmen, die eher nur in Expertenkreise bekannt sind. Wusstet ihr beispielsweise, dass im Raum Pforzheim der Weltmarktführer in Sachen Produktion von Implantaten für Blutgefäße zu Hause ist? Oder, dass ein Pforzheimer Softwareentwickler daran arbeitet, dass Krankenhäuser besser auf den Umgang mit hochansteckenden Krankheiten vorbereitet sind? Und, dass Patienten geleitet von einem hier entwickelten Navigationssystem für Hubschrauber schnell und sicher in die Klinik geflogen werden können?

 

NAO_Team… im Team arbeiten

Ein Cocktailmixer – was für ein extravagantes Partyaccessoire! Und es muss nicht einmal selbst gemixt, geschüttelt und gerührt werden. Statt einem Barkeeper zaubert uns ein Roboter den perfekten Drink!

Dazu müsst ihr einfach im Menü des Roboters – erinnert an eine Spielkonsole – den gewünschten Cocktail auswählen und es kann losgehen. Ein Glas auf Rädern macht sich selbstständig an die Arbeit und fährt verschiedene Stationen ab: Zur Erfrischung ein paar Eiswürfel ins Glas, die benötigten Zutaten – Säfte, Liköre & Co – hinzu und einmal durchrühren. Fertig ist der eiskalte Genuss!

Dies war die grandiose Idee einer Gruppe Studierender! Der Schlüssel zu diesem bemerkenswerten Projekt heißt: Teamarbeit! Ohne die läuft gar nichts in den Ingenieurwissenschaften. Das heißt: ein Projektteam löst eine knifflige Aufgabenstellung durch kreative Ideenfindung und gemeinsame Umsetzung.

Was hier an der Hochschule bereits erprobt wird, prägt auch den Arbeitsalltag einer Ingenieurin: Regelmäßige Teamsitzungen, in denen über neue Aufträge, den aktuellen Stand der Arbeit und die Aufgabenverteilung gesprochen wird. Eine Ingenieurin ohne kommunikative Ader tut sich also schwer in ihrem Job!

 

NAO_Umwelt… die Umwelt schützen

Klimaschutz und Energieversorgung zählen zu den bedeutendsten Themen mit Blick in die Zukunft. Ingenieurinnen und Ingenieure streben danach, die vorhandenen Ressourcen bestmöglich zu nutzen. So entwerfen sie beispielsweise Turbinen für Windräder und bauen Solarzellen – und treiben dadurch die Nutzung erneuerbarer Energien voran.

Die Fahrzeuge der Studierenden der Hochschule Pforzheim benötigen zur Fortbewegung alleine Sonnenstrahlen: Erstsemester aus dem Fachbereich Maschinenbau bauten aus Styropor und Pappe, CD-Rohlingen und Pingpongbällen Gespanne, die mit einer Solarzelle bestückt, davon rollten. Was hier im Kleinen gelingt, könnte vielleicht bald die weltweite Mobilität revolutionieren und das Atmen in Megacities wie Rio, Istanbul oder New York erleichtern.

Da das Erfinden von Neuem manchmal etwas dauert, versuchen Ingenieurinnen und Ingenieure bestehende Strukturen zu verbessern: Am Institut für Industrial Ecology der Hochschule Pforzheim beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem „CO2- Fußabdruck“ von Produkten, sprich damit, wie viele Treibhausgase im Laufe der Entstehung eines Produktes ausgestoßen werden und wie stark also die Umwelt durch den Produktionsprozess belastet wird. Ziel ist es, Unternehmen zu ermöglichen, dass sie selbst den CO2-Fußabdruck ihrer Produkte messen. Dadurch können sie ihre Produktionsprozesse verbessern und zur Begrenzung des Klimawandels beitragen.

 

NAO_Helfer… älteren Menschen helfen

Die Menschen werden immer älter: wer heute geboren wird, hat eine um 30 Jahre höhere Lebenserwartung, als eine Person, die vor 100 Jahren auf die Welt kam. Klar, dass damit in der Gesellschaft die Bedürfnisse von Seniorinnen und Senioren an Bedeutung gewinnen.

Um älteren Menschen bis ins hohe Alter ein selbstbestimmtes, sicheres und glückliches Leben zu ermöglichen, arbeiten Ingenieurinnen und Ingenieure bspw. an der Entwicklung von Robotern, die im Haushalt helfen oder an die Einnahme von Medikamenten erinnern. Zudem trainieren Seniorinnen und Senioren mit Computerspielen ihre Beweglichkeit: sie tanzen vor dem Bildschirm, indem sie vorgegebene Schrittfolgen ausführen oder balancieren mit der Spielkonsole Wii Kugeln durch ein virtuelles Labyrinth. Wer es ruhiger möchte, spielt mit anderen im Internet Backgammon oder Doppelkopf. Zittert allerdings die Hand, wird die Bedienung eines PCs schwierig. Studierende der Hochschule Pforzheim entwickelten deswegen eine Seniorenmaus, auf der die ganze Hand abgelegt wird und ungewollte Bewegungen somit ausgeglichen werden können.

Ob es um die Pflege älterer Menschen, ihre medizinische Versorgung oder einfach die Unterhaltung geht, es bleibt noch viel zu erfinden, womit Omas und Opas das Leben erleichtert und Freude bereitet werden kann!

 

NAO_Retter… Leben retten

Arne Larsson leidet an lebensgefährlichen Ohnmachtsattacken, am Adams-Stoke-Syndrom. An manchen Tagen muss er daher bis zu 30 mal wiederbelebt werden. Seine Situation verbessert sich, als er im Oktober 1958 in ein Stockholmer Krankenhaus eingeliefert wird und der Arzt Ake Senning und der Ingenieur Rune Elmquist ihm den von ihnen entwickelten Herzschrittmacher implantieren. Dank dieses genialen technischen Gerätes wird er 86 Jahre alt.

Medizinischer Fortschritt ist ohne Ingenieurinnen und Ingenieure nicht denkbar: auf sie gehen technische Hilfsmittel wie der Narkoseapparat oder die Herz-Lungen-Maschine zurück und sie ermöglichen den Einsatz immer neuer Materialien für Zahnprothesen, Spritzen, chirurgische Bohrer etc. An der Hochschule Pforzheim wird beispielsweise am Institut für Werkstoffe und Werkstofftechnologien daran geforscht, wie Metallschäume –sehen aus wie Schwämme, nur eben aus feinen Metallfäden – zur Knochenstabilisierung eingesetzt werden können.

 

NAO_Weltweit… die Welt sehen

Raus aus den eigenen vier Wänden und die Welt sehen! Als Ingenieurinnen habt ihr vielseitige Möglichkeiten andere Länder zu besuchen und kennenzulernen. Während des Studiums könnt ihr im Rahmen eines Auslandssemesters an einer der zahlreichen Partneruniversitäten der Hochschule Pforzheim studieren, euer Praxissemester im Ausland verbringen oder einfach an einer Sommeruniversität teilnehmen und so ein paar Wochen Luft woanders schnuppern. Pforzheimer Studierende ließen sich so von Hundeschlitten durch die unendliche Weite Finnlands tragen, genossen „richtige“ amerikanische Burger und die kalifornische Sonne, labten sich an frischem Maracujasaft in Sao Paolo und lernten die Hilfsbereitschaft und Offenheit der Menschen in Korea kennen. Sie hatten durch ihre Auslandsaufenthalte die Gelegenheit ihren Horizont zu erweitern und ihre Sprachkenntnisse zu verbessern – die Arbeitssprache für international tätige Ingenieurinnen und Ingenieure ist Englisch. Englischkenntnisse sind daher auch im Studium schon wichtig und werden im Berufsleben unerlässlich sein, wenn euch Dienstreisen auf Konferenzen in die Ferne führen, ihr für eine Niederlassung eines deutschen Unternehmens im Ausland arbeitet oder Kunden aus anderen Ländern betreut.

Im Zuge der Globalisierung nehmen die Kontakte von Unternehmen über die Grenzen Deutschlands hinaus immer mehr zu. Damit steigt auch die Nachfrage nach mobilem und interkulturell geschultem Personal. Neben dem technischen Know-how und Sprachkenntnissen macht auch das Interesse an der Zusammenarbeit mit Menschen anderer Herkunft eine gute Ingenieurin aus!

 

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