Der Prokrastination den Krieg erklären

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen – Kein Student, jemals.

Eigentlich wollte ich doch noch ein paar Seiten Unternehmensbesteuerung zusammenfassen. Nun sitze ich vor dem Laptop und schaue die vierte Folge „House of Cards“. Wo ist sie hin, die Selbstdisziplin?

Prokrastination. Ein Begriff, der im Studium seine volle Macht demonstriert. Denn nun sind wir, anders als in der Schule, auf uns allein gestellt. Die Prüfungsphase scheint noch weit entfernt und der Netlixmarathon so verlockend. Ich habe für euch recherchiert und leider keine Allzweckwaffe gegen Prokrastination gefunden. Hier sind jedoch ein paar Tipps, wie man der Prokrastination Grenzen zumindest setzen kann:

#1 Zeitmanagement: Mit dem Zeitmanagement könnte man vermutlich einen ganzen Tag vollbringen. Und anstatt zum Mittel gegen, wird es dann zum Objekt der Prokrastination.

Warum sich Zeitmanagement mehrfach auszahlt: Der Haupt-Tipp in Call Newports „How to become a straight-A student“, beinhaltet das morgendliche Planen des Tages. Den Tag zu planen hilft nicht nur, einen besseren Überblick zu erlangen, sondern hilft dir langfristig dich besser einzuschätzen und dich zu motivieren. Hierbei sollte mal wie folgt vorgehen:

  • Verschaffe dir einen Überblick, welche Zeit dir heute überhaupt für das lernen zur Verfügung steht. Lege dir dabei eine Deadline fest, bis wann du deine Aufgaben erledigt haben muss. Ohne Deadline werden die unangenehmen Aufgaben gern auf den Abend, oder, seien wir ehrlich, übermorgen verschoben. Durch das festsetzen einer Grenze, wie beispielsweise „Nach 18 Uhr mache ich nichts mehr für die Uni“, gelingt es, zumindest mir, die Aufgaben zu beginnen, da man nun auf eine nahe Deadline hinarbeitet.
  • Trage jetzt die Aufgaben in deinen Kalender ein, die dir am wichtigsten sind und gebe ihnen ein Zeitfenster. Versuche hierbei nicht krampfhaft alle Punkte unterzubringen, sondern sei realistisch. Wenn du so vorgehst, kannst du dich daran erinnern, was du eigentlich nun tun müsstest und du siehst, wann du spätestens anfangen musst, um alle Aufgaben noch vor der Deadline zu schaffen. Der schöne Nebeneffekt hierbei ist, dass man langsam lernt sich selbst besser einzuschätzen.

#2 Liebes Tagebuch..

Überrascht war ich bei der Recherche vor allem über einen Tipp, der auffallend häufig fiel: Tagebuch schreiben. Von studienscheiss.de bis Call Newport („How to become a straight-A student“) rieten alle dazu Tagebuch zu schreiben, aber warum?

Die Rede ist hierbei nicht von einem gewöhnlichen Tagebuch, sondern vielmehr von einem „excuse diary“ oder einem „work progress journal“, dass einem bei der Selbstreflektion helfen soll und dazu beitragen soll, einen Selbstbetrug zu vermeiden. Das Tagebuch ist also nicht als Beschäftigungstherapie gedacht, sondern soll in unproduktiven und stressigen Phasen helfen, diese zu überblicken. Schreibe hierbei einfach in ein bis zwei kurzen Sätzen auf, was du heute geschafft hast und was nicht. Wenn du Aufgaben nicht erledigen konntest, schreibe auf, was dich davon abhielt und wie du dies in Zukunft ändern kannst.

#3 Motivation

Prokrastinieren entsteht auch häufig, weil wir warten, bis die Motivation in uns wie ein Blitz erschlägt. Häufig erfolgt der Blitzschlag erst bei Angesicht der Deadline (siehe TED-talk). Um das Feuer selbst zu entfachen, schlägt das Internet folgende Dinge vor:

  • woop. Unter woop versteht man eine Methode zur Selbstmotivation, die vor allem in den letzten Jahren Popularität erlangt hat
  • social pressure: Verlasse deine Komfortzone und lege dir einen Termin fest in dem du die Aufgabe erledigst. Erzähle deinen Freunde umgefragt, das du in diesem Zeitraum keine Zeit hast. Begib dich in die Bibliothek und nimm ausschließlich die Unterlagen mit die du brauchst. Niemand möchte dieser Typ sein, der in der Bib sitzt und zwei Stunden die Wand anstarrt um dann nach Hause zu gehen um seinen Freunde zu erzählen, dass er die Aufgaben doch noch nicht gemacht hat. Natürlich lässt sich auch durch einen Mentor oder durch eine Lerngruppe sozialer Druck erzeugen.

#4 In Hochphasen arbeiten: Auch wenn jeder Mensch seinen eigenen Biorhythmus hat, liegt die Hochphase meist am morgen. Deshalb sollte man den morgen nutzen und bereits vor dem Mittagessen versuchen die meiste Arbeit hinter sich gebracht zu haben. Ein weiterer Vorteil, wenn man den Morgen nutzt, ist, dass man durch unvorhergesehene Ereignisse weniger beeinflusst wird.

#5 Unterbrechungen eliminieren: Nur kurz die Nachrichten checken uns schon erwischt man sich nach einer halben Stunde immer noch am Handy hängend. Damit man diese schwachen Momente minimiert schlägt das Internet folgende Dinge vor:

  • Pausen machen. Diese Antwort scheint zuerst paradox, aber wenn man sich mit der Pomodoro-Technik beschäftigt, (Lerneinheit: 25 Minute, Pause: 5 Minuten) bestätig sich, dass die feste Abgrenzung von Pausenintervallen dazu beiträgt die Konzentration beizubehalten.
  • feed the machine: Die Essenszeit sollte die letzte Sache sein, an der man Zeit sparen kann. Denn mit einem Hungergefühl und niedrigem Blutzucker können zwei Stunden lernen oft weniger produktiv sein als 10 Minuten bei voller Konzentration
  • Ein wenig überraschender und effektiver Tipp: Handy ausschalten
  • Gedanken festhalten. Eigentlich wollte man lernen, doch dann kommt dieser eine Gedanke, die wichtige Sache, die man vergessen hat, die man erledigen muss. Bevor man sich quälend eine halbe Stunde damit abmüht diesen Gedanken zu unterdrücken um letztendlich dennoch nachzugeben: Nimm dir einen Stift, schreibe alle Gedanken, die dich vom lernen nieder. Dann sind die Gedanken erst einmal aus dem Sinn und du kannst dich wieder auf das Wesentliche konzentrieren.

#6 Schaffe Routinen: Motivation ist eine erschöpfliche Ressource und es kostet viel Kraft wieder und wieder den inneren Schweinehund zu bekämpfen. Gewohnheiten helfen dir, die Ressource zu schonen. Sobald der innere Widerstand einmal bekämpft ist, geht der Gang zur Bib schon viel leichter. Du kannst dir hierbei beispielsweise feste Lernzeiten einrichten, und feste Rituale zulegen.

Ich hoffe die Tipps haben dir weitergeholten. Hast du einen weiteren Tipp? Dann schreib ihn in die Kommentare

Hier noch ein unterhaltsamer Ted-talk zum Thema Prokrastination:

 

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