Steuererklärung als Student?

Warum jeder Student eine Steuererklärung abgeben sollte

Viele Studenten kommen gar nicht erst auf die Idee ,eine Steuererklärung abzugeben. Das ist sehr schade, denn damit könnte euch eine Menge Geld entgehen. Mit meinem Artikel möchte ich auf das Thema allgemein aufmerksam machen und euch ein paar Hinweise geben.

Zunächst einmal ist zu unterscheiden, ob es sich bei eurem Studium um eure Erst- oder Zweitausbildung handelt. Das Masterstudium zählt übrigens immer als Zweitausbildung.
Man hört häufig die Erstellung einer Steuererklärung würde sich, wenn überhaupt, nur für diejenigen lohnen, die zuvor bereits eine Ausbildung absolviert haben, oder sich im Masterstudium befinden. Dies ist bis heute zwar häufig zutreffend, doch könnte es zu einer Änderung dieses Systems kommen. Und deshalb – ihr ahnt es – lohnt es sich für jeden.

Bis heute ist es (leider) so, dass Studenten, die sich in der Erstausbildung befinden, nur Sonderausgaben geltend machen können, wohingegen Studenten, die sich bereits in der Zweitausbildung befinden, Werbungskosten absetzen können. Dass dies einen gewaltigen Unterschied darstellt, liegt, vor allem an der Aufsummierung, die bei den Werbungskosten möglich ist, bei den Sonderausgaben jedoch nicht.

  • Sonderausgaben sind auf 6000 Euro pro Jahr begrenzt. Vor allem aber können sie nur mit den Einnahmen aus dem gleichen Jahr verrechnet werden. Meist haben Studenten aber nur geringe  Einkünfte und müssten deshalb eh keine Steuern zahlen. Die Ausgaben würden sozusagen unter den Tisch fallen.
  • Werbungskosten hingegen ermöglichen die “Verlustfeststellung” (Verlustvortrag). Kurz gesagt: Der Student macht jedes Jahr Verluste. Dank des Verlustvortrags gehen sie aber nicht verloren, sondern werden Jahr für Jahr aufsummiert. Bis, ihr ahnt es vielleicht schon, bis der Student nicht mehr Student ist, sondern einen Job hat. Erst dann wird der aufgelaufene Verlust von den aktuellen Steuern abgezogen. Der ehemalige Student zahlt dann in seinen ersten Berufsjahren deutlich weniger Steuern.

Seit Ende 2014 muss eure Erstausbildung übrigens mindestens 1 Jahr gedauert haben (in Vollzeit), bis dato konnte man die Erstausbildung durchaus in ein paar Wochen erreichen (z. B. durch die Ausbildung zum Rettungssanitäter, die vor allem bei Medizinstudenten sehr beliebt war) und war somit in Sachen Steuern schon mal bestens gewappnet für’s Studium.

Doch auch wenn es sich um euer Erststudium handelt, habe ich einen Hoffnungsschimmer für euch, denn: Der Bundesfinanzhof teilte im November 2014 mit, dass er die Ungleichbehandlung von Erst- und Zweitausbildung für verfassungswidrig hält – auch in der Erstausbildung müsste ein Verlustvortrag, also Werbungskosten möglich sein. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts steht noch aus – also versucht es einfach, auf den Rest habt ihr sowieso wenig Einfluss.

…mit Steuererleichterungen fällt der Einstieg ins Berufsleben schließlich (noch) leichter 😉

Hilfreiche Tools gibt es z. B. von Mystipendium, welches ihr hier findet. Mit solch einem Tool wird die Steuererklärung wirklich zum Kinderspiel und ist in ca. 15 min erledigt. Die Betreiber lassen sich das allerdings auch etwas kosten (ca. 30 EUR) in diesem Fall. Es gilt also abzuwägen, ob ihr die bequeme, kostenpflichtige Alternative wählt, oder die kostenlose, jedoch zeitintensivere.

 

4 Gedanken zu “Steuererklärung als Student?

  1. Toller Artikel mit ganz wichtigen Informationen für Studenten. Kann mir gut vorstellen, dass das dem ein oder anderen eine große Hilfe ist.

  2. Hi Denise,

    sehr gut, dass du auf das Thema Steuererklärung für Studenten aufmerksam machst! Viele haben das wirklich nicht auf dem Schirm. Mal schauen, ob das Bundesverfassungsgericht zu Gunsten der Studenten entscheidet. 🙂

    Viele Grüße
    Hannes

    • Hallo Hannes,

      freut mich, dass Du das gut findest! Ich sehe das wie Du: Man kann als Student eine Menge Geld sparen, wenn man eine Steuererklärung abgibt.

      Viele Grüße,
      Denise

    • Nicht nur haben viele das nicht auf dem Schirm, sondern so wirklich lernt man es auch nirgends. Dabei ist die Steuererklärung gerade etwas so wichtiges im Leben.

      Beste Grüße aus Essen,

      Susanne Schmidt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.