Wie finanziere ich mein Studium?

In wenigen Wochen geht für viele von uns das Semester wieder los. Zudem starten zum Wintersemester auch wieder viele Erstsemester. Für fast alle Studierenden stellt sich dabei die Frage: „Wie finanziere ich dieses Semester?“ Die meisten von euch werden sich im Vorfeld des Studiums schon Gedanken dazu gemacht haben. Andere werden jetzt verzweifelt über den ganzen Formularen des BAföG Amts sitzen. Hier wollen wir für euch noch einmal festhalten was es für Möglichkeiten gibt.

Zunächst einmal das Positive: Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass wir in Deutschland keine Studiengebühren zahlen müssen. Natürlich kommt der Semesterbeitrag von zur Zeit 156 € auf uns zu. Dafür bekommen wir (immerhin) kostenlose Fahrten mit den Bussen. Leider jedoch keine kostenlosen Parkplätze mehr am Wildpark ab diesem Semester!

Dennoch ist festzuhalten, dass eine Wohnung in Pforzheim (nur mal von WG-Zimmern ausgehend) gerne mal 300 € kosten kann. Dann kommen natürlich Kosten für Essen und Getränke hinzu. Diese können gerade in der O-Phase aufgrund diverser Disko- und Dönerbudenbesuche höher sein, als zunächst angenommen. Dazu kommen dann weitere Kosten für Kosmetik- und Hygieneartikel und eventuell der ein oder andere Abstecher in Pforzheims Innenstadt zum Klamottenkauf. So kann es schon passieren, dass man inklusive Miete schnell mal 600- 800 € im Monat ausgibt.

Das klingt viel – ist es auch. Denn irgendwo her muss dieses Geld ja kommen.

Zunächst würde man an die Eltern denken, die einen hoffentlich finanziell unterstützen können. Ist dem so, sind sie sogar dazu verpflichtet, ihre Kinder in Ausbildung bzw. Studium finanziell zu unterstützen. Wichtig ist hierbei, dass nach der Abzug der Unterstützung, den Elternteilen jeweils noch 1300 € zur Verfügung bleiben müssen. Grundsätzlich könnt ihr (sofern ihr nicht zuhause wohnt) von euren Eltern 735 € als monatlichen Unterhalt verlangen. Das ist der Regelsatz der Düsseldorfer Tabelle. Diese wird vom Oberlandesgericht Düsseldorf erstellt. Dazugerechnet werden Kosten für Kranken- und Pflegeversicherung, sowie die eben genannten Studiengebühren.

Von offizieller Seite klingt das ja ganz logisch, aber nicht jedem ist wohl dabei, seine Eltern monatlich um ca. 800 € zu bitten bzw. ist es vielen Familien und Eltern schlichtweg nicht möglich jeden Monat einen solchen Betrag aufzubringen.

Daher ergibt sich die zweite Möglichkeit. BAföG.

BAföG ist eine super Sache. Man bekommt Geld von Staat zum Studieren, davon sind 50% ein zinsloses Darlehen und 50% ein Zuschuss (oder auch Geschenk). Dazu muss man höchstens 10000 € zurückzahlen. Allerdings gibt es hier die Einschränkungen, dass man zum Beginn der Ausbildung noch keine 30 sein darf. (Wobei hier auch wieder Ausnahmen gemacht werden, wenn man z.B. schon Kinder hat). Natürlich bekommt nicht jeder einfach so BAföG, geschweige denn den Höchstsatz. Wer schon einmal sich durch die ganzen notwendigen Unterlagen gekämpft hat und nicht vorher aufgegeben hat: Bravo!

Die Höhe des Zuschusses ist (logischer Weise) abhängig vom Einkommen der Eltern. Um tatsächlich den Höchstbetrag wie oben genannt zu bekommen, dürfen die Eltern grob geschätzt nicht mehr als 20500 € zusammen verdienen. Anteilsmäßig mit steigendem Gehalt, sinkt dann die Bezuschussung. Wichtig zu wissen ist, dass auch mit einbezogen wird, wie viele Geschwister ihr habt und ob diese zuhause wohnen und sich ebenfalls noch in der Ausbildung befinden. Falls ihr wissen wollt, ob ihr Anrecht auf BAföG habt, könnt ihr es hier einmal grob nachrechnen: www.bafoeg-rechner.de

Für alle weiteren Fragen, gibt es hinter dem Café Chicco an der Hochschule auch einen Ansprechpartner. (Öffnungszeiten beachten)

Oder doch der Neben- bzw. Werkstudentenjob?

Neben der Unterstützung durch die Eltern und BAföG ist wohl ein Nebenjob die nächst logische Lösung zur Finanzierung des Studiums. So haben rund zwei Drittel der Studierenden einen Nebenjob. Hierbei sind vor allem Minijobs oder Ferienjobs von Vorteil, da diese meist auf geringfügiger Basis laufen (450-Euro-Jobs). Das ist insofern ein Vorteil, da ein 450-Euro-Job keine Einschränkungen bedeutet, wenn man zusätzlich BAföG bezieht. Ihr könnt im Jahr bis zu 5400 € brutto verdienen, erst ab dann wird alles darüber vom BAföG abgezogen. Zudem muss man für diese Jobs keine Sozialabgaben zahlen.

Wenn ihr jedoch mehr als 450 € verdient, werden Steuern und Sozialabgaben fällig. Das ist häufig bei Werkstudententätigkeiten der Fall, da diese oftmals über Mindestlohn vergütet werden. Hierbei müsst ihr zudem beachten, dass ihr höchstens 20 Stunden die Woche arbeiten dürft. Zudem ist es bei einem Verdienst über 450 € je nach Krankenkasse notwendig, sich selbst zu versichern.

Jeder, der mehr verdient, sollte am Ende des Jahres eine Steuererklärung machen. Denn wenn man im Jahr unter 8820 € bleibt, bekommt man die gezahlten Steuern zurückerstattet.

Weitere Möglichkeiten: Kredit oder Stipendium

Dann gibt es natürlich noch die Möglichkeit einen Kredit aufzunehmen. Hier sei jedoch gesagt, dass man sich so schon früh verschuldet und dass dieses Darlehen nicht zinsfrei ist. Daher sollte das der letzte Weg sein, um sich sein Studium zu finanzieren.

Zu guter Letzt kann man sich zur Finanzierung seines Studiums noch auf ein Stipendium bewerben. Hierzu empfiehlt es sich auch regelmäßig die Mails der Hochschule zu checken. Regelmäßig kommen Informationen zu Stipendien und wie man sich bewirbt.

Hierzu könnt ihr auch gerne mal den Artikel zur Finanzierung durch Kredit und Stipendium lesen.

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