Gender-Pay-Gap

Frauen bekommen immer noch weniger Gehalt als Männer. Ein neues Gesetz soll das ändern. Bringt das was?

Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer, das hat das Statistische Bundesamt berechnet. Als Gender-Pay-Gap bezeichnet man diese Lücke. In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl nur sehr langsam verringert. In Großbritannien, Frankreich und Italien etwa ist der Unterschied bereits deutlich kleiner.

Ein Teil dieser Lohnlücke lässt sich auf sogenannte strukturelle Unterschiede zurückführen. Viele Frauen erlernen Berufe, die schlechter bezahlt sind, arbeiten seltener in Führungspositionen und häufiger in Teilzeit oder in Minijobs. Doch selbst wenn man diese Faktoren herausrechnet, dann ergibt sich in Deutschland immer noch eine Lohnlücke von sechs Prozent.

Die Ungerechtigkeit sollte eigentlich ein neues Gesetz beenden, das der Bundestag in diesem Jahr beschlossen hat, das Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen. Es sieht eine neue Auskunftspflicht für Arbeitgeber vor. Das heißt: Wer sich benachteiligt fühlt, kann seine Vorgesetzten fragen, wie viel Geld die Kollegen in einer gleichwertigen Position verdienen. Die Vorgesetzten müssen antworten. Die Idee ist, dass Ungerechtigkeiten dadurch schneller auffallen und besser bekämpft werden können. Rund zehn Millionen Frauen könnten von dem Gesetz profitieren.

 

Das neue Gesetz ist eigentlich eine gute Sache. Das Problem ist nur: Es lässt Unternehmen viele Schlupflöcher. Firmen, die den Mitarbeitern ein Tarifgehalt zahlen, müssen ihre Zahlen nicht offenlegen. Es gilt außerdem erst für Betriebe ab einer Größe von 200 Mitarbeitern – weshalb zumindest mein Fazit etwas ernüchternd ausfällt.

 

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