Richtig krankenversichert im Studium

Vorlesungen, Mensaessen und WG-Suche: Wer sich an einer Hochschule einschreibt denkt an vieles, aber nicht an die eigene Krankenversicherung..

… das ist auch kein Wunder, denn die meisten Studenten sind, zumindest zu Beginn des Studiums, noch kostenlos über ihre Eltern abgesichert. Es gibt jedoch Ausnahmen – und spätestens ab dem 25. Geburtstag müssen sich Studenten selbst versichern.

Brauche ich unbedingt eine Krankenversicherung als Student?

Auf jeden Fall! Die meisten haben das vermutlich schon hinter sich, weshalb ich diesen Punkt auch kurz halte, aber schon bei der Einschreibung an der Hochschule benötigt man einen aktuellen Krankenversicherungsnachweis.

Bin ich nicht automatisch kostenlos bei meinen Eltern mitversichert?

Das kommt darauf an: Warst du vor deinem Studium familienversichert (z. B. weil du Schüler warst), dann bist du auch in den ersten Semestern „automatisch“ familienversichert bis zu deinem 25. Geburtstag. Automatisch bedeutet, man muss das der Krankenversicherung mitteilen und ihr eine Immatrikulationsbescheinigung senden. Hast du vor dem Studium ein freiwilliges soziales Jahr, einen Bundesfreiwilligendienst oder Wehr- oder Zivildienst gemacht hast, kannst du die entsprechende Dauer anrechnen lassen, sodass du dann über das 25. Lebensjahr hinaus familienversichert sein kannst.

Eine Familienversicherung über die Eltern ist jedoch ausgeschlossen, wenn derjenige Elternteil mit dem höheren Einkommen mehr als 4.687,50 EUR im Monat verdient und privat versichert ist, der andere Elternteil hingegen gesetzlich versichert ist.

Wie viel darf ich verdienen, ohne die Familienversicherung zu verlieren?

Wer (noch) familienversichert ist, dessen monatliches Gesamteinkommen darf 415 EUR nicht überschreiten. Zum Gesamteinkommen zählt allerdings nicht nur dein Gehalt, sondern auch unter anderem Renten, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, sowie Einkünfte aus Kapitalvermögen. Ferienjobs hingegen zählen nicht zum regelmäßigem Einkommen und dürfen daher auch besser bezahlt sein, ohne dass die Familienversicherung daher endet. Als geringfügig Beschäftigter darf man maximal 450 EUR im Monat verdienen (bei dieser Art der Beschäftigung dürfen die 415 EUR also überschritten werden).

Wenn du in einem Jahr über 3 Monate mehr verdient hast, dann läuft die Familienversicherung aus. Achtung: Da das die Krankenkassen nicht sofort bemerken, sondern Erst im Zuge der jährlichen Auswertung, kann es sein, dass eine saftige Rückzahlung fällig wird.

Was ist nachdem die Familienversicherung ausläuft?

Wenn du zu viel verdienst, oder die Altersgrenze überschritten hast, musst du in die studentische Krankenversicherung einsteigen (oder dich alternativ privat versichern, aber dazu später mehr). Du kannst dir deine gesetzliche Krankenkasse dabei frei aussuchen und zahlst einen vergleichsweise günstigen Beitrag. Die Beiträge sind je nach Krankenkasse relativ unterschiedlich: Neben dem einheitlichen Grundbetrag von 66,33 EUR erheben die Krankenkassen unterschiedlich hohe Zusatzbeiträge. Außerdem musst du monatlich in die Pflegeversicherung einzahlen, das sind nochmal zwischen 15 und 17 EUR. Der Preisvergleich lohnt sich auf jeden Fall: Falls deine aktuelle Krankenkasse ihr Beitragssätze erhöht, kannst du wechseln, denn du hast in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht.

Studenten, die BaföG beziehen, können außerdem einen Beitragszuschuss beantragen.

Gilt die studentische Krankenversicherung dann bis zum Ende des Studiums?

In der Regel ja. Grundsätzlich gibt es die Beschränkung, dass sie mit dem 14. Fachsemester oder mit dem 30. Geburtstag endet, allerdings bieten viele Krankenkassen auch Verlängerungsmöglichkeiten, z. B. wegen wegen längerer Krankheit, wegen der Pflege eines Angehörigen oder auch wenn man seine Hochschulzugangsberechtigung auf dem zweiten Bildungsweg erworben hat.

Für welche Fällen gibt es keine Studentenvergünstigungen?

Die studentische Krankenversicherung gilt leider nicht für Studenten privater Hochschulen, Promotionsstudenten und Gasthörer. Diese müssen sich entweder freiwillig gesetzlich oder privat versichern (mehr hierzu unter der nachfolgenden Unterschrift).

Was passiert, wenn meine studentische Krankenversicherung vor meinem Studium endet?

Sollte deine studentische Krankenversicherung ablaufen und nicht verlängert werden, musst du dich entweder freiwillig gesetzlich oder privat versichern. Hier fallen höhere Beiträge als bei der studentischen Krankenversicherung an. In der gesetzlichen Versicherung zahlst du in den ersten 6 Monaten (sog.Übergangsphase) den ermäßigten Tarif (Examenstarif), dieser beträgt 96,58 EUR plus dem jeweiligen individuellen Zusatzbeitrag. Die Voraussetzung für den Examenstarif ist, dass dein monatliches Einkommen 968,33 EUR nicht übersteigt. Nach diesen 6 Monaten, oder falls du den monatlichen Freibetrag überschreitest, zahlst du dann den vollen Beitrag zur freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung.

Kann man sich als Student auch privat versichern?

Ja, das ist möglich. Und zwar innerhalb von 3 Monaten nach der Immatrikulation, wenn die Familienversicherung ausläuft, oder wenn die gesetzliche studentische Krankenversicherung endet.

Die Unterschiede zwischen einer privaten und einer gesetzlichen Versicherung sind zunächst nicht allzu groß. Lohnen kann es sich z. B. wenn deine Eltern Beamte sind, denn dann erhälst du staatliche Zuschüsse. Der Nachteil einer privaten Krankenversicherung ist hingegen, dass das Ganze mit mehr Verwaltungsaufwand verbunden ist.

Der Schritt in eine private Krankenversicherung sollte gut überdacht werden, denn er kann nur rückgängig gemacht werden, wenn man nach dem Studium irgendwo als Arbeitnehmer anfängt. Wenn du dich selbständig machen, oder freiberuflich arbeiten möchtest, ist ein Austritt aus der privaten Krankenversicherung nicht möglich.

 

 

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