Newie Guide

Nun beginnt er also, der neue, große Abschnitt in eurem Leben. Ihr seid nun offiziell Studenten und gehört damit zur kommenden Elite des Landes. Ihr seid aber nicht Studenten an irgendeiner akademischen Einrichtung, sondern an der beliebtesten Hochschule in Baden-Württemberg (laut StudyCheck.de). Also erst einmal herzlichen Glückwunsch zu eurer vortrefflichen Wahl.

Quelle: StudyCheck.de

Die Hochschule und auch die Stadt Pforzheim haben aber nicht nur dieses, zugegebenermaßen nicht allzu verlässliche Ranking zu bieten. Was genau ihr von eurer Hochschule und (neuen) Heimat erwarten könnt, möchte ich euch in diesem Artikel vorstellen.

Als erstes zur Hochschule, schließlich wird das der Ort sein, an dem ihr die meiste Zeit verbringt und der euch, auch wenn ihr gerade nicht dort seid, nicht mehr aus dem Kopf gehen wird. Die Hochschule ist in drei Fakultäten untergliedert:

  1. Wirtschaft und Recht
  2. Technik
  3. Gestaltung

Die Fakultäten Wirtschaft & Recht und Technik sind auf dem „Berg“ in der Tiefenbronner Straße. Die Gestaltung hingegen ist im „Tal“ in der Holzgartenstraße und daher grundsätzlich taktisch etwas besser gelegen. Habt ihr euch vorgenommen, euren neuen Lebensabschnitt mit einer frisch entdeckten Leidenschaft für das Fahrradfahren zu unterfüttern, tut ihr euch um einiges leichter, wenn ihr an der Gestaltung studiert. Ich kann die Wirtschaftler und Techniker unter euch aber insoweit vertrösten, als die Berglage auch ihre Vorteile hat, dazu aber später mehr.

Nun da ihr wisst, wo ihr studieren werdet stellt sich natürlich die Frage, wie ihr dort hinkommt. Pforzheim verfügt über ein sehr gutes Busnetz, durch das ihr in relativ kurzer Zeit überall hingelangen könnt. Immer wieder gibt es Überlegungen, den öffentlichen Nahverkehr in Pforzheim um eine weitere Komponente zu erweitern. Besonders interessant ist hierbei die Idee, die Hochschule in der Tiefenbronner Straße mit einer Seilbahn (!) vom Bahnhof aus anzufahren (wen dieses Projekt näher interessiert, findet hier mehr Infos).

Die Hochschule Pforzheim ist nicht nur von StudyCheck.de ausgezeichnet worden, sie ist zudem AACSB akkreditiert. Die ganze Hochschule Pforzheim? Nein, nur ein Teil davon – die Fakultät Wirtschaft & Recht, sowie die Studiengänge des  Wirtschaftsingenieurwesens. Studiert ihr folglich an der Gestaltung, oder eben den „falschen“ Studiengang an der Technik, könnt ihr euch leider nicht mit diesen Lorbeeren schmücken. Wenn ihr euch jetzt fragt, was es bedeutet, dass eine Hochschule AACSB akkreditiert ist, muss ich gestehen, dass ich da auch noch nicht ganz durchgestiegen bin. Nur so viel sei gesagt, das Gütesiegel AACSB bescheinigt einer Business School, dass sie höchsten internationalen Standards genügt. Wer jetzt denkt, dass das doch eh jede Business School tut, dem sei gesagt, dass Pforzheim die erste Hochschule für angewandte Wissenschaften in Deutschland ist, die akkreditiert wurde. Und auch im internationalen Vergleich macht die Auszeichnung etwas her, so konnten bisher weniger als 5% der Business Schools weltweit diese Bestätigung für ihre Arbeit erlangen.

Die Hochschule Pforzheim ist unter dem Strich nicht die schlechteste Wahl für ein Studium. Das haben sich aber nicht nur ihr gedacht. Derzeit studieren circa 6.000 Studenten an der HS Pforzheim. Spätestens wenn ihr morgens mit dem Bus zur Vorlesung fahren wollt, werdet ihr merken, dass ihr nicht alleine seid.

Nun aber genug über die Hochschule, in eurer Begrüßung und während eures Studiums werdet ihr noch genügend Informationen erhalten. Viel interessanter ist für euch bestimmt, wie sich eure ersten Tage in eurem neuen Leben gestalten werden.

Noch vor Beginn der Vorlesungen bittet man euch zum Rapport an der Hochschule – ihr werdet offiziell begrüßt, durchlebt das SIK Programm und lernt eure zukünftigen Leidensgenossen kennen. Ich muss gestehen, dass ich anfangs nicht unbedingt angetan war, von der Idee schon zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn an die Hochschule zu kommen. Im nachhinein muss ich mir selbst eingestehen, dass diese zwei Wochen keine vergeudete Zeit waren. Im Rahmen von verschiedenen Veranstaltungen lernt ihr einerseits die Hochschule an sich kennen, was aber viel wichtiger ist, ihr habt vom ersten Tag an Kontakt zu euren Kommilitonen. Diesen Aspekt des SIK Programms solltet ihr euch immer bewusst machen, denn er ist Gold wert. In Pforzheim werdet ihr, nicht wie an vielen Universitäten, einfach am ersten Tag ins kalte Wasser geworfen, vielmehr geht ihr in eure erste Vorlesung und trefft dort bereits bekannte Gesichter.

Die Veranstaltungen des SIK Programms finden natürlich an der Hochschule statt, das heißt aber nicht, dass der Spaß zu kurz kommt. So musste ich vor meinem ersten Semester zusammen mit Kommilitonen ein Musikvideo drehen. Außerdem ist das SIK Programm nicht das einzige Einführungsprorgamm, das euch erwartet. So bieten der AStA in Zusammenarbeit mit der Hochschulinitiative Commeo ein abwechslungsreiches Programm für euch Newies. Geboten werden verschiedene Partys und andere feuchtfröhliche Veranstaltungen, Infos gibt es hier.

Wenn wir schon bei Partys sind, Pforzheim ist zwar nicht Berlin oder München, aber auch hier kann man das Studentenleben in vollen Zügen genießen. Pforzheim selbst bietet eine Vielzahl an unterschiedlichen Kneipen und Clubs, jede Woche gibt es eine Studentenparty in einem der drei „Hauptclubs“ – Sägewerk, Salt & Pepper und Como. Aus der Vielzahl an Kneipen ist besonders „The Irish Pub“ hervorzuheben, dort gibt es jeden Tag ein Special, wie zum Beispiel den Karaokeabend jeden Mittwoch.

Pforzheim bietet aber nicht nur eine gute „Trinkinfrastruktur“, ihr könnt auch anderweitig eure freie Zeit totschlagen. Ihr erinnert euch, dass ich zu Beginn davon gesprochen habe, dass die Berglage der Fakultäten Wirtschaft & Recht und Technik einen Vorteil hat? Dieser kommt nun zum Tragen – der Wildpark. Der Wildpark liegt direkt neben der Hochschule und kostet keinen Eintritt. Dort könnt ihr heimische Tiere begutachten und teilweise auch füttern. Der Wildpark ist nicht nur für Tierliebhaber ein Paradies, in den schönen Monaten des Jahres lässt es sich in der Mittagspause wunderbar auf den Sitzmöglichkeiten des Parks entspannen. Wem die Tiervielfalt im Wildpark nicht genügt, kann in 30 Minuten mit dem Zug nach Karlsruhe fahren und dort in den Zoo gehen (direkt gegenüber vom Bahnhof).

Allgemein seid ihr bei eurer Freizeitgestaltung nicht alleine auf Pforzheim beschränkt; mit dem Zug seid ihr sowohl in Stuttgart als auch in Karlsruhe in 30 Minuten. Aber auch andere, nicht so bekannte Ausflugsziele in der Umgebung bieten sich an. So könnt ihr euch beispielsweise ein paar Kommilitonen schnappen, einen Rucksack packen und mit der SBahn zum Schloss Neuenbürg fahren, das in einem wunderbaren Wandergebiet liegt. Nicht weit vom Schloss entfernt befindet sich ein altes Bergwerk – Frischglück. Dort könnt ihr von April bis Oktober an geführten Touren teilnehmen. Ihr seht, Pforzheim und seine Umgebung haben durchaus etwas zu bieten.

Da ihr jetzt wisst, wie ihr die Zeit außerhalb der Hochschule verbringen könnt, komme ich nun zu dem Hauptgrund aus dem ihr nach Pforzheim gekommen seid: euer Studium.

Schon während eurer Einführungswoche besucht ihre eine Veranstaltung, die euch beim Thema Zeitmanagement unterstützen soll. Das ist insbesondere für diejenigen unter euch interessant, die vor ihrem Studienbeginn in Pforzheim noch nicht studiert haben. Man wird euch dort sagen, dass ihr pro ECTS 30 Zeitstunden aufwenden solltet. Bei 30 ECTS pro Semester habt ihr demnach 900 Zeitstunden Aufwand, was ungefähr einem Vollzeitjob entspricht. Aber keine Panik, in diese 30 Stunden sind bereits eure Anwesenheitszeiten in den Vorlesungen einberechnet. Nichtsdestotrotz kommt ihr bei einem Fach, das euch fünf ECTS gibt auf ungefähr 100 Stunden Eigenarbeit. Nun kann ich euch sagen, dass ich keinen Studenten kenne, der einen derartigen Aufwand betreibt beziehungsweise betreiben müsste. Es sollte euch aber klar sein, dass ihr, gerade in den ersten zwei Semestern, ein gewisses Pensum erfüllen müsst. Am Ende des ersten Semesters schreibt ihr sieben Klausuren die teils weniger und teils mehr Aufwand verlangen. Ihr müsst wissen, dass ihr bis zu Beginn des Prüfungszeitraums durchgängig Vorlesungen habt und daher schon frühzeitig mit der Wiederholung des Stoffs anfangen solltet. Macht euch aber keine Sorgen, wer nicht auf den Kopf gefallen ist und ein gewisses Maß an Ehrgeiz an den Tag legt, wird ohne Probleme die Klausurenphase überstehen.

Jetzt habe ich euch einen Überblick über den regelmäßigen Verlauf eures Studiums gegeben, ich will euch aber darüberhinaus auch darauf hinweisen, dass ihr euer Studium durch extracurriculares Engagement bereichern könnt. An der Hochschule Pforzheim gibt es eine Vielzahl an Initiativen, die sich alle unterschiedlichen Themen widmen. Einen Überblick könnt ihr euch online oder zu Beginn des Semesters am 13.03. auf einem Infobasar im W1-Gebäude verschaffen.

In diesem Artikel kann ich natürlich nicht auf alle relevanten Fragen rund um das Studieren in Pforzheim eingehen, ich hoffe aber, euch einen ersten Überblick verschafft zu haben. In den nächsten Wochen werden viele neue Eindrücke auf euch zukommen. Ich kann euch nur raten, genießt es und lasst euch nicht stressen. Student seid ihr nur einmal in eurem Leben und es ist die wohl schönste Zeit in eurem Leben.

Abschließend wünsche ich euch einen gelungenen Start in euer neues Leben und vielleicht sieht man sich ja auf der nächsten Party 😉

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