Stipendien sind nicht nur etwas für Streber!

Heute fand wieder die Stipendiateninfoveranstaltung im Aquarium statt. Geleitet wurde sie diesmal von Herr Professor Wentzel, der selbst Altstipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung ist und für diese nach wie vor als Vetrauensdozent an unserer Hochschule tätig ist. Auch viele Stipendiaten der verschiedenen Stiftungen standen für Fragen –  von denen gab es einige – zur Verfügung. Doch was bringt euch ein Stipendium und warum warum solltet gerade ihr euch bewerben? Diese Fragen möchte ich euch in diesem Artikel beantworten und daneben mit einigen Mythen aufräumen.

Vorab sei gesagt: Ich bin mir sicher, dass es für jeden von euch die passende Stiftung gibt. Nur ihr selbst könnt allerdings herausfinden welche genau das ist!

Dass für ein Stipendium nicht nur der Notendurchschnitt zählt, das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Dennoch denken viele Studenten, die Hürden ein Stipendium zu bekommen seien viel zu groß. Daher möchte ich zunächst mal mit einigen Mythen aufräumen:

  • Mythos des Einserkandidaten
    Auch ohne Einserabschluss habt ihr durchaus reelle Chancen auf ein Stipendium
  • Mythos Engagement
    Auch ohne dass ihr in 5 studentischen Initiativen mitarbeitet und euch nebenbei noch politisch engagiert habt ihr Chancen
  • Mythos Erst-Akademiker
    Wenn ihr der erste in eurer Familie seid, der studiert, habt ihr auf keinen Fall schlechtere Chancen als Kinder von Akademikern. Oftmals ist sogar das Gegenteil der Fall
  • Mythos Geld
    Keine Sorge, das Geld, das ihr aus einem Stipendium bekommt, müsst ihr, anders als beim BaföG, nicht zurückzahlen
  • Mythos Leistungsdruck
    Wenn ihr mal eine Prüfung in den Sand setzt, fallt ihr nicht direkt aus dem Förderungsprogramm

Bei den meisten Stipendien ist es also so, dass man zwar nicht gerade die schlechtesten Noten haben sollte – aber man braucht eben auch keinen 1,0 Durchschnitt. Klar sollte man sich auch sozial bzw. gesellschaftlich engagieren und nicht nur daheim alleine im Kämmerchen lernen, aber man muss eben auch keine eigene Bürgerinitiative gegründet haben.

Im Vordergrund steht bei den meisten Stiftungen die Begabung der Bewerber. Doch was meinen die mit Begabung?
Mit Begabung ist vor allem die Begabung Verantwortung zu übernehmen gemeint. Es werden leistungsfähige Verantwortungseliten und eben nicht nur Notenbeste gesucht. Es werden kluge Köpfchen, die mit offenen Augen durch die Welt gehen, die Fragen stellen und die etwas verändern wollen, gesucht. Im Vordergrund steht also – nicht viel anders als bei Bewerbungen bei Unternehmen- die Persönlichkeit des Bewerbers.

Was gibt es denn überhaupt für Stiftungen?

  • politisch geprägte Stiftungen:
    z. B. Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU nah), Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD nah)
    (Tipp: Wenn ihr euch bei einer politisch geprägten Stiftung bewerbt, solltet ihr euch nicht bei mehreren mit unterschiedlichen Ausrichtungen bewerben, dadurch verliert ihr eure Glaubwürdigkeit)
  • konfessionell geprägte Stiftungen:
    z. B. Casaniuswerk (katholisch), Villigst (evangelisch)
  • soziale Stiftungen:
    z. B. Hans-Böckler-Stiftung, Stiftung der deutschen Wirtschaft

Daneben gibt es für Studenten, die bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen, mindestens zwei Jahre gearbeitet haben und Ihre Hochschulzugangsberechtigung erst nach der Berufsausbildung erworben haben, das Aufstiegsstipendium.

Auch gibt es an der Hochschule Pforzheim das Deutschlandstipendium. Das funktioniert so, dass von der Hochschule angeworbene Partnerunternehmen wie Bosch, Klingel, Thost etc. monatlich 150 EUR bezahlen, daneben gibt der Bund nochmal 150 EUR dazu, d. h. ihr bekommt 300 EUR monatlich. In diesem Fall ist es aber so, dass die Auswahl der Stipendiaten über die Hochschule erfolgt und hier die ETCS-Punkte und der Notendurchschnitt mit 80% berücksichtigt wird und die restlichen 20% auf soziale Kriterien entfallen. Dafür ist die Bewerbung wesentlich bequemer, ihr müsst hierfür lediglich ein Onlineformular ausfüllen und nicht wie bei anderen Stiftungen einen ganzen Auswahlprozess überstehen.

Was bringt ein Stipendium?

  • finanzielle Erleichterung (Ihr könnt bis zu 649 EUR pro Monat bekommen, je nach Stipendium. Oft erfolgt die Berechnung elternabhängig, also analog BaföG)
  • ideelle Förderung in Form von Sprachkursen, Seminaren etc., die von vielen Stiftungen angeboten werden
  • Netzwerke: Ihr könnt Kontakte knüpfen zu anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten, die für euch hilfreich und bereichernd sein können

Wie erfolgt die Bewerbung und die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten?

  • die Bewerbung erfolgt meist durch eine Selbstbewerbung mit Lebenslauf, Motivationsschreiben etc.
  • 2. Runde, wenn eure Bewerbung gut ankam: Auswahlgespräch oder Auswahltag mit Gruppendiskussionen etc.

Pauschal lässt sich das schwer sagen, hier müsst ihr euch bei jeder Stiftung einzeln informieren, was gefordert wird. Der „bequemste“ Weg zu einem Stipendium ist aber sicherlich das Deutschlandstipendium, das die Hochschule Pforzheim vergibt.

Wo findet ihr weitere Infos?

Weitere Infos, sowie alle Stiftungen findet ihr unter https://www.stipendienlotse.de/http://www.stipendiumplus.de/startseite.html oder unter http://www.mystipendium.de/ (hier könnt ihr euch sogar ein eigenes Profil anlegen, um für euch passende Vorschläge zu erhalten

Am Ende noch ein Tipp: Falls ihr vorhabt euch zu bewerben, immer die Bewerbungsfristen, die die meisten Stiftungen entweder halbjährlich oder jährlich haben, beachten.

 

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