Wie finanziere ich mein Studium?

Abgesehen von der Unterstützung der Eltern und dem Jobben neben dem Studium, kommt vielen nur das BaföG in den Kopf, wenn sie sich Gedanken über die Finanzierung ihres Studiums machen. Das bekommt jedoch bekanntermaßen nicht jeder. Deswegen möchte ich Euch zwei weitere Alternativen vorstellen:

Studienkredit von der Bank

Am beliebtesten ist das staatliche Angebot der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Ihre Kredite werden von fast allen großen Banken vermittelt. Weitere Angebote gibt es unter anderem von der Deutschen Bank und einigen regionalen Sparkassen und Raiffeisenbanken. Durchschnittlich werden zwischen 500 und 650 Euro monatlich ausgezahlt. Bei der Deutschen Bank sind es in den ersten zwölf Monaten nur 200 Euro, ab dem zweiten Jahr das Vierfache. Am längsten (sieben Jahre) zahlen die KfW (höchstens 54.600 Euro) und die Evangelische Kreditgenossenschaft (höchstens 35.000 Euro).

Ein Sonderfall ist der KfW-Bildungskredit. Dieser finanziert, anders als der Studienkredit, nur einen bestimmten Zeitraum des Studiums, etwa den Endspurt vor dem Abschluss. Bis zu 7.200 Euro kann man auf diese Weise von der KfW bekommen.

Bei der Wahl des Kredites sollte man auf die sogenannte Ruhephase achten. Wann ist die erste Rückzahlung fällig? Bei der Deutschen Bank etwa muss man ein Jahr nach der letzten Auszahlung mit dem Zurückzahlen beginnen. Hat man also für die ersten beiden Semester einen Kredit aufgenommen, muss man noch während des Studiums mit dem Tilgen anfangen. Bei der KfW dagegen bleiben nach Studienende noch 23 Monate bis zur ersten Rate, egal wie viele Semester der Kredit in Anspruch genommen wurde.

Die Kredite haben entweder einen variablen Zins, das heißt, er wird jeweils dem allgemeinen Zinsniveau angepasst, oder einen Festzins. Bei der KfW kann man sich zwischen beiden Optionen entscheiden: Variabel liegt der Zins bis Oktober 2012 bei 3,7 Prozent und fest zwischen 4 und 4,9 Prozent, je nach Reststudienzeit. Der Festzins der Deutschen Bank liegt zurzeit bei 7,9 Prozent. Zurückzahlen muss man das Geld hier innerhalb von zwölf Jahren, beim KfW-Studienkredit hat man dafür 25 Jahre Zeit.

 

Stipendien für Studenten

Die größten Anbieter sind die zwölf Begabtenförderungswerke, zu denen auch die parteinahen Stiftungen zählen, etwa die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) und die Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD). Die Studenten müssen meist von Dozenten oder Lehrern empfohlen werden. Dann können sie ihren Lebenslauf, Erfahrungsberichte des letzten Semesters oder Schuljahres und Leistungsnachweise einreichen.

Bei der Studienstiftung des deutschen Volkes, dem größten Begabtenförderungswerk, können Bewerber auch ohne vorgeschlagen zu werden über einen schriftlichen Test in die Auswahlrunde gelangen. Diese beinhaltet neben Diskussionen sowie Einzel- und Gruppenvorträgen Gespräche zwischen Bewerbern und Prüfern.

Je nach Bedürftigkeit zahlen die Förderwerke ihren Stipendiaten bis zu 597 Euro im Monat; unabhängig von der persönlichen finanziellen Lage gibt es 300 Euro Büchergeld und ein Angebot von Sommerakademien, Seminaren oder Auslandsförderungen. Achtung: Wer von einem Begabtenförderungswerk unterstützt wird, kann nicht zusätzlich Bafög bekommen.

Darüber hinaus gibt es in Deutschland mehr als tausend Stipendiengeber, die Studium, Auslandszeiten oder die Promotion unterstützen. Ein ungewöhnliches Auswahlverfahren bietet Absolventa – Die demokratische Studienförderung. Man bewirbt sich online mit einem Anschreiben oder Video für einen Betrag bis 5.000 Euro. Facebook-Nutzer können abstimmen, welcher Bewerber seinen Wunschbetrag bekommen soll – hier sind Noten egal.

 

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